Die Pinie

2021
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30×20 cm

Der Pinienzapfen ist seit jeher nicht nur ein sehr symbolträchtiges Objekt, sondern auch ein perfektes Beispiel, wie man die Natur mit der Fibonacci-Folge beschreiben kann.

Die Fibonacci-Zahlenfolge basiert auf demselben Prinzip wie der Goldene Schnitt und beschreibt die Merkmale von Wachstumsprozessen, die zum Beispiel auch bei Blüten und Blättern in der Natur zu finden sind.

Dies tritt zum Beispiel in links- und rechtsdrehenden Spiralen mit einem Verhältnis von 8 zu 13 oder 21 zu 34 auf, welches Fibonacci-Zahlen sind.

Dieses Prinzip trifft auch auf Gänseblümchen, Pinienzapfen, Kohl, Ananas usw. zu.

Das Verhältnis zwischen zwei aufeinanderfolgenden Zahlen in der Fibonacci-Folge ist immer 1,62, was dem Goldenen Schnitt entspricht.

Wenn man diese Zahlen durch einander teilt, ist das Ergebnis immer 1,618, bekannt als „Phi“ oder der Goldene Schnitt.

Der Goldene Schnitt ist ein Zahlenverhältnis oder anders gesagt, eine Proportion, die eine Zeitlang als Ideal in der Architektur, aber auch in der Malerei galt.

Diese Proportion gilt dann als golden, wenn sie eine ganz bestimmte Bedingung erfüllt. 

Im späten Mittelalter, zum Beispiel, wurde der Goldene Schnitt zum ästhetischen Ideal erhoben; von der göttlichen Proportion war die Rede. 

Kann man also daraus schlussfolgern, dass eine Abbildung eines Objektes, das mathematisch „schön“ ist, automatisch auch als ästhetisch empfunden wird?

Die Arbeit „Die Pinie“ ist also ein Experiment, einen verfremdeten Pinienzapfen dem Diskurs auszusetzten, inwieweit die Realitätsverfremdung einen Einfluss auf einen instinktiven Ästhetikgedanken nimmt.